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Alle unter einem Dach

Aus gesellschaftlichen Veränderungen und neuen Lebensentwürfen entstehen neue Anforderungen an den Städte- und Wohnungsbau.

Die zunehmende Zahl an Single-Haushalten, Alleinerziehenden und Patchwork-Familien führen weg vom klassischenEinfamilienhaus.

Da aber z.B. Patchwork-Familien sich auch in der Stadt wie im eigenen Einfamilienhaus fühlen wollen, wurden drei Wohnungstypen geschaffen, die den Wünschen der Bevölkerung entsprechen.


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Drei Aspekte finden in dem Sanierungsprojekt eines Mehrfamilienhaus aus den sechziger Jahren besondere Beachtung:

Außenfassade

Schon auf den ersten Blick ist es offensichtlich, dass die Bestandsfassade sehr marode ist und saniert werden muss.Der Entwurf sieht ein Wärmedämmverbundsystem vor, soll ein neuer Putz, der weniger empfindlich ist, auf die Dämmung aufgebracht werden. Im Norden arbeiten wir außerdem mit wasserabweisenden Eternitplatten.

Inneres Erscheinungsbild

Im Inneren des Gebäudes besteht ebenfalls Sanierungsbedarf. Im Bestand gibt es nur einen Wohnungstyp (kleine 2 ZKB-­ Wohnungen), der nur eine Bewohnergruppe (alleinstehende, ältere Menschen) anspricht. Nun sollen neue Wohnungstypen geschaffen werden, die den Bedürfnissen der Bevölkerung entsprechen und einen Wohnungsmix mit sich ziehen. Somit steht alles unter dem Thema: „Alle unter einem Dach“ / „Rückzug aus dem Speckgürtel“. Denn durch die zunehmende Zahl an Single-­ Haushalten, Alleinerziehenden und Patchworkfamilien kommt es zum Rückzug vom klassischen Einfamilienhaus am Stadtrand und zum Rückzug aus dem Speckgürtel.

Äußeres Erscheinungsbild

Im Norden soll eine klare Linie entstehen. Add-Ons aus anthrazit farbigem Eternit sollen für mehr Struktur sorgen und die vorher schlecht erkennbaren Eingänge kennzeichnen. Das Gebäude schließt sich somit zum Norden mit einer klar durchlaufenden Linie ab. Im Süden soll hingegen das, was im Inneren passiert (mehr Individuen, mehr Leben) nach Außen getragen werden. Das wird am Gebäude sichtbar durch individuell verschiebbare Verschattungselemente der einzelnen Wohnungen. Zusätzlich sollen für die neuen Bewohnergruppen im Süden Gemeinschaftsbereiche (z.B. Grillplatz, Spielplatz) errichtet werden.

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Form des Baukörpers

Im Süden werden die Fenster vergrößert (bodentief), um einen großen Wärmeeintrag durch die Sonne zu erreichen. Allerdings darf der Anteil der Fenster an der Südfassade nicht 2/3 überschreiten, da sonst erhebliche Kosten für Verschattung oder Kühlung anfallen.

Zusätzlich werden Verschattungselemente installiert, die jeder Bewohner individuell verschieben kann. Im Norden werden kleine und schmale Fenster eingebaut, sodass bei viel Lichteinfall wenig Wärme verloren geht. Folglich ist der Baukörper im Norden eher geschlossen und zum Süden hin geöffnet.

Dächer
Das Warmdach soll von oben gedämmt werden (20-24cm Dämmschicht). Da eine Dachterrasse geplant ist, soll in die Dämmschicht eine Trittschalldämmung integriert sein. Hinweis Die Dämmung (WDVS) soll durchgängig sein (bis auf Dach hochgezogen).

Fenster/ Außentüren
Die Haustüren sollen durch neue Kunststofftüren ersetzt werden (U-Wert=1,7). Auch die Fenster sollen durch dreischeibenwärme-schutzverglaste Fenster mit einem U-­Wert von 1,1 W/m²K ersetzt werden.

Wände
Die Außenwände des Hauses werden zusätzlich gedämmt. Dies soll durch das Aufbringen von 14cm Wärmedämmverbundsystem (U-Wert=0,17) geschehen.

Mineralschaumplatten als Wärmedämmung Kaliumsilikat-Mischung (anorganisch zusammengesetzt, bestehen aus Quarzmehl, Kalkhydrat und Zement).
Sie sind völlig faserfrei und unbrennbar, gleichzeitig aber diffusionsoffen und lassen sich bis zu einer Gebäudehöhe von 100m montieren. Somit sind sie für unser Gebäude (3,5-etagig) gut geeignet.

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